Am Ende war der halbe Saal leer. Nur wenige Delegationen wollten sich die wirre Hetzrede des iranischen Präsidenten vor der UN-Vollversammlung komplett anhören. Ahmadinedschad warf Israel Rassismus und Sklaverei vor und wetterte gegen den Kapitalismus, der bald „zerplatzen“ werde.
Wer geglaubt hatte, Mummar al-Gaddafis 94 Minuten währender, blubbernder Irrsinn vom Vormittag werde bei der UN-Vollversammlung nicht so schnell zu übertreffen sein, fand sich von Mahmud Ahmadinedschad am Abend gegen 19.30 Uhr Ostküstenzeit eines Schlimmeren belehrt. Während der libysche Diktator seine Tiraden gegen sämtliche Weltverschwörer mit lustigen Einlagen spickte – etwa, als er Barack Obama „meinen Sohn“ nannte oder als er zu wissen begehrte, warum „Lee Harvey“ (Oswald) John F. Kennedy erschoss –, hatte Mahmud Ahmadinedschad den Unterhaltungswert eines Henkers.
Der iranische Präsident hielt eine antisemitische, hasserfüllte Hetzrede, die, wie ein CNN-Kommentator bemerkte, „Adolf Hitler hätte halten können“ (wenn dessen Farsi flüssiger gewesen wäre). Der Eklat kam erwartet. Die kanadische Delegation, angeführt von Außenminister Lawrence Cannon, hatte angekündigt, die Vollversammlung wegen Ahmadinedschads „schändlichen“ Bemerkungen zu Israel und den Holocaust verlassen zu wollen.
Sie tat es um kurz nach halb acht, als der Redner gegen eine „kleine Gruppe“ wütete, die ihren „rassistischen Ehrgeiz“ befriedige, indem sie ein ganzes Volk in die „Sklaverei treibe“. Gemeint waren Israelis, Juden überhaupt, und, in der Opferrolle, Palästinenser.
Ahmadinedschad verlangte die Bestrafung der „Unterdrücker von Gaza“, die des Genozids schuldig seien. Er musste sich nie unterbrechen, nie inne halten, kein Applaus fuhr ihm je in die Tirade.
Uwe Schmitt, DIE WELT
Österreich ist sitzen geblieben
24/09/2009 von Thomas Eppinger

[...] die kommunistische noch die islamistische Propaganda wären dazu in der Lage gewesen, den Amerikanern ein derartiges Mißtrauen gegen das [...]
Aus einem Antisemiten*-Kommentar bei Spiegel Online:
„Er spricht aus, was viele denken und fühlen und was in unzähligen Dokumentationen (im öffentlich rechtlichen Fernsehen z.B.) dokumentiert wird, die Unterdrückung, Diskreminierung der Palestinenser durch die Israelische Politik.“
Ja, und da fürchte ich: Der Antisemit hat an dieser Stelle Recht. A. aus T. spricht tatsächlich aus, was viele hier denken.
*“Die Weltgemeinschaft ist aufgrund der Geschehnisse im 2. Weltkrieg zur Geißel der israelischen Politik geworden, nur wenige haben den Mut, diese zu kritisieren.“
Wenn man sich die Kommentare zu den Berichten über Gaddafis Rede in der WELT durchliest kommt man zu der Erkenntnis daß dieser geistesgestörte Wüstensohn in D eine Menge Freunde hat.
Nicht nur er. Die Postings zum Verlassen des Saals der deutschen Delegation während Ahmadinejads Rede sind zum Großteil auch gruselig.