Weibliche Sexualität zwischen Islamisierung und Moderne

Buchbesprechung von Nasrin Amirsedghi

Die über 2500 Jahre alte Geschichte Irans nimmt uns mit auf eine Achterbahn voller Höhen und Tiefen, Schattierungen und Widersprüche und lässt uns halsbrecherisch hängen zwischen Rückständigkeit und Modernität: ein krankes Land am Kaspischen Meer!

1979 marschierte mit einem Bündnis von Intellektuellen, Studenten, Technokraten unter Führung des Klerus der Traum von der Freiheit in Richtung des zivilisatorischen Rückwärts ab… Das kranke Land wurde noch kränker. Es wird fanatisch „islamisiert“: Das Gesetz Allahs als Verfassung sichert nun dem Volk die Ungleichheit vor dem himmlischen Gesetz. Das Volk wird mit aller Brutalität resozialisiert. Zu allererst wird „die Frau“ entrechtet, entleibt und verhüllt. Das Verborgene wird nun unter islamischem Diktat nach außen gekehrt oder umgekehrt. Jede Kontaktaufnahme zwischen den Geschlechtern wird streng sterilisiert. Alles, auch das „Liebesleben“, muss nun offengelegt werden, aber doch “geheim“ bleiben, damit „sich der islamische Staat in seiner Ordnung und Macht nicht bedroht sieht“.

Liebe, Sexualität, Körper und erotische Träume der Frauen im Iran sind genau so verschleiert wie ihr geheimnisvolles Wesen. Wie sie im Laufe des Islamisierungsprozesses seit 1979 damit umgehen, welche Handlungsstrategie sie bilden, wie sie ihr „Liebesleben“ ausleben, wie sie sich selbst wahrnehmen und wie sie die Diskrepanz zwischen Tradition und Modernität erfahren, das sind die zentralen Fragen einer neuen wissenschaftlichen Studie mit dem Titel „Weibliche Sexualität im Spannungsfeld von Islamisierung und westlicher Moderne“ von Tabandeh Moghadam. Sie bezeichnet den iranischen Aufstand des Jahres 1979 als „islamisierte Revolution“ mit dem Ziel, als Modell islamischer Identität einen Gegenpol zum westlichen Sittenverfall zu etablieren, ein Modell, dem  jede Scheu fehlt, immer und nach Bedarf „die Frauen“ zum Zweck dieser Zielerreichung zu instrumentalisieren.

Mittels einer rekonstruktiven Analyse von Biographien werden vier Lebenswege aus einem Pool von ursprünglich fünfzehn befragten Frauen, geboren zwischen 1956  und 1982 (vor und nach der Revolution) und zu verschiedenen Zeiten in die Migration gegangen, in Anlehnung an eine von Gabriele Rosenthal und anderen, z.B. Ulrich Oevermann, entwickelte Methode hermeneutisch ausgewertet. Durch den Einbezug von „biographischer Einsicht bzw. Einbettung der Sozialisation in den gesamten Lebenslauf“ werden „über das Individuelle hinaus“ die „historischen und gesellschaftlichen Prozesse“ sowie die Wechselwirkung „gesellschaftlicher und islamisch-fundamentalistischer Körperkonzepte auf die körperlich-leibliche Erfahrung“ der Frauen erforscht. Darüber hinaus analysiert die Autorin die soziale Wirklichkeit aus dem Blickwinkel der Befragten.

Nach dem üblichen Teil über Theorie und Methodik der Arbeit und nach einem sozio-historischen Rückblick auf den Iran und Islam sowie auf die Migration bekommen wir eine lebendige und überaus spannende Apperzeption von Lebenswegen ganz unterschiedlicher Frauen. Die Autorin enträtselt die geheimnisvolle „Genese der Sexualität“ dieser Frauen und vergleicht die Mechanismen von „strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden“. Dabei stehen folgende Diskurse im Focus: „die individuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen“ und „das individuelle Erleben und die biographische Bedeutung von Sexualität und Liebesleben“ der befragten Frauen.

Es ist erstaunlich zu erfahren, wie sich diese Frauen trotz des erlebten moralischen, politischen, religiösen und soziokulturellen Druckes und der staatlichen Reglementierung weiter entwickelt haben, indem sie nicht resignierten und fähig blieben, sich immer wieder auf Neues einzulassen. So wie „Lili“, die im Alter von 27 Jahren nach Deutschland einreiste und es geschafft hat, trotz ihrer traumatischen Erlebnisse sich zu entfalten und aktiv für sich Freiräume zu gestalten.

Trotz der großen Distanz zwischen der theoretischen und der konkreten Ebene der Arbeit gibt die Studie einen tiefen Einblick in Geschlechter- und Machtverhältnisse. Noch interessanter sind die Erkenntnisse über die Einblicke in das Leben der Frauen im heutigen real existierenden „islamisierten“ Iran: In Folge der Einführung von Polygamie und Zeitehe wird der öffentliche Diskurs über Sexualität indiskret und direkt vom Staat geleitet. Es entstand parallel dazu auch eine Form der weiblichen Polyandrie. Mit der Einführung der Sharia wurde eben gerade sowohl die Promiskuität als auch die sexuelle Permissivität etabliert. Im Bereich der Sexualität herrschen chaotische, ja schizophrene Verhältnisse. Alle wissen Bescheid, trotzdem bleiben erotische und sexuelle Praktiken im Geheimen und werden verschleiert. Die Doppelmoral wurde Bestandteil des Systems und zum höchst fragwürdigen Modell islamischer Identität.

Tabandeh Moghadam: Weibliche Sexualität im Spannungsfeld von Islamisierung und westlicher Moderne – eine rekonstruktive Analyse von Biographien iranischer Frauen in Deutschland. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2010. 347 Seite. Euro 78,00 Euro.

Si tacuisses, philosophus mansisses

Der Disput zwischen dem persischen Professor, der den Iran kennt und ihn deswegen verlassen hat, und dem deutschen Professor, der den Iran einmal besucht hat und seither von dessen intellektueller Szene beeindruckt ist, geht in die zweite Runde.

Die Antwort von Professor Habermas an seinen Kollegen Dustdar irritiert: „Ich versuche, mich in Ihre Situation zu versetzen und die Bitterkeit eines Emigrantenschicksals nachzuempfinden.“, heißt es darin gleich zu Beginn von einem, von dem man eigentlich hätte erwarten dürfen, dass er seinen Verstand bemühen würde statt sein Gefühl. „Aus dieser Sicht kann ich ihre Gefühle gegenüber den Kollegen verstehen, die seinerzeit, als sie den Iran verließen, mit anderen politischen Einstellungen – und Hoffnungen – im Land geblieben sind.“, schreibt der einfühlsame Professor weiter.

Hätte er Dustdars Brief nicht nur mitfühlend gelesen sondern auch verstanden, wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass es darin nicht um die gekränkten Gefühle eines verbitterten Staatsflüchtlings geht, zu dem Habermas seinen Kollegen freimütig erklärt, sondern um die Taktik der intellektuellen Büttel einer theokratischen Diktatur, mit der diese die nützlichen Idioten im Westen, pardon, ihre aufgeschlossenen dialogbereiten Gesprächspartner, für sich einzunehmen versuchen.

Habermas habe „von dem intellektuellen Klima, das 2002 in Teheran herrschte“ und „dem geistigen Format solcher Kollegen“ einen anderen Eindruck gewonnen als Dustdar, wie er schreibt. Offensichtlich einen positiven. Man fragt sich, was Philosophen von geistigem Format dazu bewegt, sich in den Dienst einer Diktatur zu stellen, in der schon damals Religionswächter Frauen niederknüppelten, denen der Schleier verrutscht ist, unkeusche Mädchen und Homosexuelle gehängt und Ehebrecher gesteinigt wurden. Man fragt sich auch, wie intellektuell ein Klima sein kann, in einem Land, in dem Angehörige einer missliebigen Religion, der Bahai, nicht einmal studieren dürfen und Regimekritiker im Gefängnis verrotten.

Habermas fragt sich das nicht. Er glaubt auch nicht, dass er sich „in der politischen Beurteilung des gegenwärtigen iranischen Regimes“ von Dustdar unterscheide. Was dann? War der Iran 2002 ein besseres Land als heute? Sind die faschistischen Mullahs von 2002 weniger schrecklich als die heutigen, nur weil jetzt mit Ahmadinejad ein noch gefährlicherer Irrer an der Spitze des Staates steht? Wer das glaubt, hat keinen blassen Schimmer von der iranischen Verfassung. Oder er ist der Ansicht, dass die intellektuelle Elite eines Landes keine Verantwortung für dessen Zustand trüge. Das wiederum wäre für einen deutschen Professor in der Tat nichts Neues.

Köln, den 21. September 2010

Sehr geehrter Herr Kollege Habermas,

vielen Dank für die umgehende Antwort, auch für den freundlicherweise beigelegten Text Ihres Vortrages. Ich kam gestern von einer zweiwöchigen Reise zurück, daher das verzögerte Dankeswort.

Die folgenden Zeilen sollen kurz die Intention meines Briefes mit Bezugnahme auf Ihre Antwort ergänzend ein wenig mehr explizieren und einige Punkte streifend erläutern. Ich stimme mit Ihnen völlig darin überein, dass sich eine so krasse Meinungsverschiedenheit zwischen uns, die acht Jahre nach Ihrer Reise nach Teheran erst jetzt durch einen Brief von mir in Erscheinung getreten ist, nicht durch einen kurzen Briefwechsel abwägen lässt. Das war auch keineswegs meine Absicht. Dennoch, was auch immer – sei es eben „der schlecht gewählte Aufhänger“ -,  mich dazu bewogen haben mag, Ihren damaligen Reisebericht in die Gegenwart zu holen, gerechtfertigt ist dieser Zugriff dadurch, dass sich einerseits gar nichts in Iran trotz seiner Eliten von „Format“ geändert hat, und dass andererseits der Reisebericht inhaltlich seine Geltung weiterhin bestreitet. Dies ist in Ihrer Feststellung des Sachverhalts „Meinungsverschiedenheit“ beschlossen. Was die geistige Situation der Zeit in Teheran betrifft, so besteht sie wie eh und je in einer eigenen Geborgenheit, unberührt von allem, was um sie herum geschieht.

Ihre Hauptakteure, die Sie damals dort kennengelernt und hier vorgestellt haben, betätigen nach wie vor den Leerlauf  ihrer Selbstwiederholung in Wort und Schrift. Wissen Sie, dass kein einziger dieser „philosophischen“ Reformerhelden nicht einmal im Ausland mit einem Wort angedeutet hat, dass Bahais in Iran nicht studieren dürfen? Die sehr wenigen, die sich ernsthaft bemühen, für den Hausgebrauch Humanwissenschaften aus dem Westen einzuführen, irren sich darin, sie könnten mit dem Eingeführten unsere Probleme erkennen und sie Lösungen zuführen. Dass gerade diese Wissenschaften aus der Gesamtstruktur des kulturellen, gesellschaftlichen, politischen wie auch wirtschaftlich-technischen Okzidents geschichtlich entwachsen und zwangsläufig auf dessen komplexe Zusammenhänge zugeschnitten sind, leuchtet ihnen leider nicht ein. Sie halten die okzidentale Allgegenwart für deren Allanwendbarkeit. Was wir aber vom Okzident zu lernen haben, ist, durch Methode und Übung die Fähigkeit zu transzendenz- und instanzfreiem Fragen und Denken in uns zu entwickeln und so erst zu versuchen, unsere uns selbst verkannt gebliebene Kultur in Tiefe und nach allen Seiten immanent  freizulegen, um ihre Probleme aufzuspüren und in sie hineinzudringen, und zwar ohne Heranziehung westlicher Lehren und Theorien, die allerdings wir so gut wie möglich erlernen und uns aneignen sollen. Darin sehe ich für lange Zeit unsere erste und wichtigste Aufgabe, die wir durch den Einsatz unserer besten Kräfte und die dazu erforderliche Ausdauer zu bewältigen haben.

Mit gemischtem Gefühl musste ich Ihrer Empathie begegnen, die Sie für mich zu entwickeln versucht haben. Sie verliert nämlich aus zwei Gründen an Substanz. Zum einen, weil die „Bitterkeit eines Emigrantenschicksals“, wie Sie meine Haltung hintergründig beleuchten,  das Mitgefühl bei Ihnen verursacht hat und zum anderen, weil Sie, ungewollt sicherlich, mir eine Missgunst gegenüber anderen Kollegen in Teheran unterstellen, die anders als ich, wie Sie in Ihrer Antwort unterstreichen, „mit anderen politischen Einstellungen – und Hoffnungen – im Land geblieben sind“. Damit haben Sie meine sachlichen Ausführungen wegen derer offenen Konfrontation auf persönliche Verhältnisse verkehrt.

Nun, ich bin in der Tat, ohne indifferent zu sein bzw. erscheinen zu wollen, weder Emigrant, denn ich bin bei meiner Familie und gern in Deutschland, noch ein vom Schicksalsschlag Getroffener. Sollte ich nun als ein solcher gedeutet und verstanden werden, weil ich nicht in meinem Land geblieben bin, im Gegensatz zu meinen „intellektuellen Kollegen“ in Teheran, die ich der Mittäterschaft, des Schwindels und Obskurantismus bei der Entstehung und Fortentwicklung der islamischen Katastrophe bezichtige und ihre dubiosen Aktivitäten aufzudecken versuche? Was diese „Kollegen“ sagen und schreiben ist vollkommen unter dem Niveau einer Auseinandersetzung. Diese Sachlage erschwert einem, ihnen gar zu folgen. Ihre Kritik bei dem „Historikerstreit“ etwa an Ernst Nolte zeigt, dass die angemessenen Bedingungen dafür gegeben waren. Aber deshalb haben Sie wohl keine Sympathie für ihn empfunden.

Mit meinem Brief wollte und konnte ich Sie nicht von meiner Position überzeugen. Was ich beabsichtigte, war, Ihnen eine andere Sicht der Wahrheit zugänglich zu machen. Dies scheint mir nicht gelungen zu sein. Ich versichere Ihnen jedoch freimütig, dass ich mich nicht enttäuscht fühle. Mit dem Ertrag, kurz mit Ihnen ein paar  Worte über manche Problemaspekte meines Landes gewechselt zu haben, bin ich recht zufrieden, und ich danke Ihnen nachdrücklich dafür, dass Sie sich Zeit nahmen, um meinen unüblich langen Brief zu lesen. …

Mit freundlichen Grüßen
Aramech Dustdar

Ein Philosoph in Teheran

Professor Jürgen Habermas ist einer der bedeutendsten und weltweit meist rezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart. Nach einer Reise nach Teheran zeigte er sich beeindruckt von der intellektuellen Offenheit seiner Gesprächspartner: Er ortete unter msytischen Moslems eingefleischte Popperianer und schwärmte: “Wenn man mit kleinem geistigen Gepäck von Westen nach Osten  reist, tritt man in die übliche Asymmetrie der Verständigungsverhältnisse, die für uns die Rolle der Barbaren bereit halten: Sie wissen mehr über uns als wir über Sie.”

Alles Schwindel, sagt einer, von dem man annehmen darf, dass er es wissen muss. “Was Ihnen damals in Teheran repräsentiert wurde, ist nichts anderes gewesen als die Gaukelei der iranischen Intelligenz islamischer Art.”, schreibt der Philosoph und vergleichende Religionswisschenschafter Dr. Aramech Dustdar, der von 1971 bis 1980 Professor für europäische Philosophie an der Universität Teheran war. Seit 1981 lebt er in Deutschland im Exil. Dustdar setzt sich sehr kritisch mit der Kultur des Islam auseinander. Er gilt als unbeirrbarer Verfechter der iranischen Aufklärung. Seine Schriften kursieren heute als Raubdruck im Iran, vor allem in Teheran.

Auf S t a n d p u n k t e veröffentlicht Prof. Dustdar einen offenen Brief an Jürgen Habermas:

Offener Brief an Jürgen Habermas
anläßlich seiner Rede in der
New Yorker Cooper University

Köln, den 3. September 2010

Sehr geehrter Herr Professor Habermas,

zweiundzwanzig Jahre nach Michel Foucault sind Sie 2002 nach Teheran gereist, in ein Land, das sich Islamische Republik Iran nennt, und seit ihrem Entstehen vor dreißig Jahren durch unvorstellbare nackte Gewalt und totale Korruption ihre Herrschaft fortsetzt, wobei beide Dimensionen das private wie gesellschaftliche Leben in Tiefe und Breite auch erfasst haben. Foucaults Iran-Erlebnisse und -Geschichte kennen Sie natürlich. Weitaus weniger bekannt ist, dass er nach seiner endgültigen Rückkehr nach Frankreich von Iranern nichts mehr wissen wollte, dass er jede Verbindung zu den Iranern abgebrochen hat, die ihm in Teheran Kontakte mit den Führern der Revolution ermöglicht hatten, seine Ratgeber dabei waren und bei denen er während seiner zweimaligen Aufenthalte als Gast gewohnt hat.

Anders als er, kamen Sie beeindruckt von Ihrer Iran-Reise zurück. Die selbstbewussten und aufgeschlossenen jungen Menschen, vor allem Studenten und Intellektuelle, haben durch ihre Offenheit und ihr Interesse, alle möglichen Themen mit Ihnen zu diskutieren, Sie recht überrascht. Sogar „das Existenzrecht Israels“ gehörte, wie Sie hervorhoben,  zu den Gesprächsthemen, die Sie mit ihnen behandelt haben. Das alles ist für mich als Iraner ohne  weiteres vorstellbar, da wir das Talent besitzen, unser Gegenüber zu beeindrucken, sei es mit geschmeicheltem Verständnis oder vorgetäuschter Selbstsicherheit eines unerschrockenen Gegners. Davon abgesehen sind fanatische Einstellungen der iranischen Gesellschaft vom Mittelstand aufwärts untypisch. …

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Im Dialog mit dem Islam

von Nasrin Amirsedghi

Mir persönlich genügt es nicht, mich nur auf die Charakterisierung der unzähligen Gruppen und ihrer evtuellen Wandlungen im Islam zu konzentrieren. Mir geht es mehr um das Wesen des Islam, wie und warum er entstanden ist. Dabei ist mein Instrument bzw. Gegenstand sein heiliges Buch Koran (Qur´an), und die Person Muhammad: die Sprache (also der philologische Ansatz), epochale Aspekte, die Biographie und die Zeitspanne vor und nach der Gründung des Islam. Ohne diese entscheidenden Elemente kommen wir zu keinen ausreichenden Kenntnissen über die Problematik dieser Religion in der heutigen Zeit. Warum all die ermüdenden Dialogproben zu keinem Ende kommen, liegt daran, dass sie eben ohne die beiden Protagonisten gespielt werden, und die armen Zuschauer rennen atemlos durch das Labyrinth der über 1400 Jahre alten Kulissen. Noch fataler ist, dass das Spiel von unzähligen Regisseuren inszeniert wird. Ob sie sachkundig sind oder nicht, ist ein weiteres Dilemma…

Der Islam ist viel mehr als nur eine Religion. Er ist eine Ideologie: Islamideologie eben. Denn hier ist der Gegenstand der Ideologie der Islamglaube selbst. Islam ist gleich Islamismus. Er ist eine totalitäre Ideologie, die viel mehr Differenzen zu anderen Buchreligionen hat als Gemeinsamkeiten. Seine entscheidende Gemeinsamkeit mit anderen Buchreligionen besteht darin, dass er an einen einzigen Gott glaubt, dessen absoluten Stellenwert er in seinem heiligen Buch, dem „Koran“, unter dem Namen „Allah“ verewigt. Der Islamglaube beruht auf ganz „persönlichen“ Erfahrungen von Muhammad, die mit spirituellen Erfahrungen der Begründer anderer Buchreligionen, insbesondere von Jesus, nicht gleichzusetzen sind. Um die Islamideologie besser zu verstehen, sollte man genauer im „Koran“ blättern, wo der Stellenwert des Menschen als „Abdullah“ (Gottes Sklave) und der Gottes als „Allmächtiger“ unmissverständlich festgelegt sind. Hier sind sich Sunniten wie Schiiten ohne Streit einig. Der Islam wäre durch die Untersuchung der Sprache des Koran eher zu verstehen als mit der ewigen Entstaubung der „hadith“ (Überlieferungen) oder der „sunna“ (Lebensweise Muhammads).

Der Islam kennt keine private Sphäre. Das Private ist politisch und der Staat ist private Angelegenheit, der alles nur im Dienste des Glaubens geregelt sieht. Beide sind nur Allah gegenüber verpflichtet. Warum dann so viele widersprüchliche „Fatwas“ (Rechtsgutachten) ausgerufen werden dürfen, liegt daran, dass der Koran, das Werk des Propheten Muhammad, einen breiten Auslegungsspielraum lässt. Es liegt in seiner widersprüchlichen Natur, seine Gesetze jeder Zeit und jedem Ort beliebig anzupassen, allerdings selten zu Gunsten der Vernunft und Menschenwürde im heutigen Sinne des universellen Codex. Der Islam kann seine Uneinheitlichkeit in naher Zukunft kaum überwinden, solange er das Verstehen und das selbständige Denken verbietet. Das sind die wesentlichsten Probleme im Islam, die seit 1400 Jahren existieren. Das macht die Verständigung und den Dialog mit der Außenwelt – philosophisch, theologisch und politisch-demokratisch – immens kompliziert. …

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Schöne DDR

Von INDEXEXPURGATORIUS

Was’n jetzt los? Die DDR war gar kein Unrechtsstaat? Warum haben wir die dann dichtgemacht, Holland gibt es doch auch noch. War vielleicht etwas übereilig diese Entscheidung, wenn es da gar nicht so scheiße war. Obwohl, die Autobahnen haben’s imagemäßig nicht rausgerissen bei Honecker, da hätte sogar Eva Herman gesagt: „Bei aller Liebe, hier hört der Spass auf.”

Aber ansonsten schnitt die DDR doch gar nicht mal so schlecht ab im internationalen Vergleich, sagen wir mal gegen Kampuchea von Pol Pot, gegen Pinochets Chile oder diesen ganzen verschissenen Balkan mit seinen Würstchenbudenrepubliken. Nein, da muss man auch mal objektiv sein und den Broiler im Dorf lassen. So total super mega beschissen war die DDR nämlich gar nicht, dass man da gleich in der Nikolaikirche rumpupen musste. Jeder hatte was zu fressen, eher zu viel, Alkohol gab’s auch reichlich und poppen war erlaubt – was braucht die Staatsamöbe mehr zum glücklich sein? Na ja, vielleicht noch Glotze und Auto. Okay, Auto war ein schlechter Scherz, aber Fernsehen ging doch sehr entspannt, man konnte alle Westprogramme gucken, ohne dass der GEZ-Lurch zweimal klingelt. Sieht so ein Unrechtsstaat aus?

Da kommen jetzt alle mit der Mauer und dem Zaun. Jaja, ist ja gut, aber irgendwo hört auch die schönste DDR auf. Mal ist Schluss mit dem Paradies der Werktätigen, ist doch logisch. Die BRD hätte ja beitreten können, dann hätte es keine Zonengrenze gegeben, scheinheiliges Pack.

Und der Schießbefehl? Wusste doch jeder! Wer schön mit seinem Arsch in der Platte blieb, wurde auch nicht erschossen, oder? Ja siehstu, war doch alles in Ordnung.

Ganz anders in der BRD. Da latscht ein harmloser österreichischer Braunbär über die grüne Grenze nach Bayern und wird sofort abgeknallt. Und der wusste nichts von einem Schießbefehl. Nänä, da lass’ ich nichts kommen auf die DDR, das war nicht alles schlecht. Hätte man nicht unbedingt abschaffen müssen. War etwas voreilig.

Unter dem Pseudonym “Indexexpurgatorius” blogt eine junge Italienerin, die von 2000 bis 2009 in Deutschland lebte und sich noch immer über das deutsche Wehklagen wundert. Dieser Artikel ist ursprünglich auf ihrem Blog erschienen und wurde von mir mit ihrer freundlichen Genehmigung geklaut.

Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte im Gottesstaat Iran

Das islam-faschistische Regime in Iran ist nicht reformierbar, weil weder die Verfassung der Islamischen Republik noch der Koran selbst mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar sind.

von NASRIN AMIRSEDGHI

Meine Sicht auf die aktuellen Aufstände im Iran beruht auf drei Thesen, die im Wesen des Islam und der iranischen Verfassung begründet sind:

  1. Der Islam und insbesondere die Verfassung der islamischen Republik Iran, die im Kontext des Koran begründet wird, ist mit Demokratie und Menschenrechten nicht vereinbar.
  2. In diesem System ist eine Reform der Rechte von Individuen, vor allem von Frauen und Minderheiten, nicht möglich. Solche Systeme (islamische bzw. iranische) sind in keiner Weise reformierbar.
  3. Der Koran als religiöse und gesellschaftspolitische Norm für Muslime stimmt in zentralen Fragen nicht mit den allgemein anerkannten Menschenrechten und Grundfreiheiten überein.

Die Menschenrechte sind ein universelles Recht des Einzelnen

Die UN-Charta ist begründet auf dem Glauben an die Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte, der Gedanken- und Meinungsfreiheit, an die Gültigkeit jedes Gesetzes für alle in gleicher Weise, an die Festigung der Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder Religion.

Der UN-Menschenrechtsrat soll denjenigen Staaten, die für massive Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, den Zugang in die Institutionen der UN verwehren. Ironischerweise haben aber dort, im UN-Menschenrechtsrat, heute ein Drittel der Sitze Mitgliedsstaaten der „Organisation islamische Konferenz“ inne, die eine vernünftige Diskussion über Menschenrechtsverletzungen in ihren Ländern ständig verhindern, da für diese Länder nur die „Scharia“ als Gottesrechts-System gelten dürfe.

Ungeachtet dessen basiert eine demokratische Rechtsstaatlichkeit, die ohne Partizipationsmacht der Bevölkerung an politischen Entscheidungsprozessen unvorstellbar ist, auf folgenden Prinzipien: auf eine auf Dauer angelegte objektive Wert- und Rechtsordnung, sowie auf dem Naturrecht und den Menschenrechten, die durch unabhängige Gerichte gewahrt werden, um die Bürger vor Willkür und Subjektivität der Religion und der Ideologie zu schützen und die Gleichheit vor dem Gesetz zu gewährleisten.

Die Rechtsstaatlichkeit geht so weit, dass auch das Handeln des Staates selbst und seiner Institutionen, Machtorgane und Machtträger, vor Gericht überprüfbar ist. Der Staat steht demnach im Dienst und für das Wohl der Bürger, nicht umgekehrt. Der Rechtsstaat und seine demokratisch gewählten politischen Instanzen haben den Auftrag, das Recht, die öffentliche Ordnung und die objektive Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu schaffen und zu bewahren. So wird eine friedliche Koexistenz zwischen den Bürgern und dem Staat durch Mechanismen wie Transparenz und Begründungspflicht allen staatlichen Handelns, die Gesetzmäßigkeit der Exekutive und der Judikative, das Rückwirkungsverbot, die Grundrechte, die Gewaltenteilung, die Überprüfbarkeit politischer Entscheidungen, die Verlässlichkeit und der Vertrauensschutz gegenüber staatlichem Handeln, die Toleranz, die Trennung von Religion und Staat, und vieles mehr gewahrt.

Die Scharia ist das Recht Allahs

In den islamischen Ländern und in unserem Fall Iran herrschen Staatssysteme, die sich auf 1400 Jahre alte Glaubensgrundsätze gründen, die seitdem ohne jede Veränderung fortdauernd praktiziert werden. Das islamische System ist viel mehr als nur eine Religion. Es ist eine Staatsideologie: Islamideologie eben.  Denn hier ist der Gegenstand der Ideologie der Islamglaube selbst. Islam ist gleich Islamismus. In diesem System sind das Heilige Buch Koran und die islamischen Gesetze die Säulen des politischen und gesellschaftlichen Geschehens. Der Islam kennt keine private Sphäre. Das Private ist politisch und der Staat ist private Angelegenheit, der alles nur im Dienste des Glaubens geregelt sieht. Beide sind nur Allah und seinen Gesetzen (der Scharia) gegenüber verpflichtet.

Nach der Definition des Koran sind Menschen nicht fähig, „Recht“ von „Unrecht“ auf dieser Erde zu unterscheiden. Die muslimische Gemeinschaft (Umma) ist nur berechtigt, im Dienste „Allahs“ zu handeln. „Allah“ ist das Maß aller Dinge. Allein Allah wählt seinen Vertreter für die „Umma“. Und das sind – zu allererst – der Prophet „Muhammad“ (als Allahs Gesandter) und seine Nachfolger. Nach deren Tod sind es dann die Geistlichen, die die Staatsordnung nach Allahs Gesetz in die Tat umsetzen müssen. Folglich hat Allah seine Wahl vor 1400 Jahren schon getroffen und sein System für die Bewohner der Erde vorgeordnet. Hier muss der islamische Staat in Stellvertretung Allahs handeln und agieren. Insofern ist der Islam keine Religion im üblichen Sinne, sondernd eine Staatsform mit globalem Anspruch.

Die Scharia als einzige gesetzgebende Gewalt bedeutet das islamische Recht; dies ist im Koran als Wort Gottes vorgeschrieben. Es sind keine Gesetze, die durch demokratische Prozessdiskussionen (nämlich von Menschen) für ihre gesellschaftliche Ordnung vereinbart werden, sondern sie stammen von „Allah“, und sie sind „eins“ (im Sinne von unteilbar), „ewig“, unfehlbar und nicht veränderbar. Der Mensch ist in diesem Gesetz „Sklave Gottes“ (´Ab dul-Allah) und kein Individuum, das selbstverantwortlich handeln kann und darf. Deshalb kennt der Islam keine individuellen Menschenrechte. Das Wesen des kollektivistischen Ideals im Islam ist die Aufopferung des einzelnen Individuums zugunsten Allahs, was zur Lebensaufgabe und zum politischen Ziel erhoben wird. In diesem Allah-Weltbild ist der Mann ein Sklave und die Frau die Sklavin von Allahs Sklaven.

Die Scharia schreibt nicht nur die private Lebensführung vor, bis hin zu Kleidung und Liebesleben, sondern auch die Führung der Staatsgeschäfte, des Rechtswesens und der Wirtschaft. In der Scharia finden nur gläubige Muslime Schutz; alle anderen sind entweder Schutzbefohlene minderen Rechts („Dhimmi“) oder haben als Ungläubige („Kuffar“) keine Existenzberechtigung, sind somit zur Vernichtung verurteilt.

Die „Islamische Republik Iran“

Nach diesem Dogma ist das iranische Staatssystem aufgebaut; die Verfassung beginnt mit Sure 57:25 des Koran[1]:

Wir haben unsere Gesandten mit den deutlichen Zeichen gesandt und mit ihnen das Buch und die Waage herabkommen lassen, damit die Menschen für die Gerechtigkeit eintreten.

In der Verfassung wird zu allererst der Sinn des Staats definiert:

„Aus der Sicht des Islam geht der Staat nicht aus dem Klassendenken oder der Hegemonie von Individuen bzw. Gruppen hervor, sondern er ist die Umsetzung des politischen Ideals eines in Religion und Denkweise gleich ausgerichteten Volkes, das sich organisiert, um bei dem geistigen und ideologischen Entwicklungsprozess den Weg zu seinem letztendlichen Ziel – den Weg hin zu Gott – zu ebnen.“ [2]

Die Islamische Republik ist eine Ordnung, die auf folgenden Glaubensgrundsätzen beruhen soll:

  1. Die Einheit [tauhid] Gottes (la elaha ell allah; es gibt keinen Gott außer Gott), Seine alleinige Entscheidungsbefugnis und Gesetzgebung sowie die Notwendigkeit der Ergebenheit in Seinen Willen;
  2. Die göttliche Offenbarung und ihre grundlegende Bedeutung für das Formulieren von Gesetzen;
  3. Die Auferstehung und ihre maßgebende Rolle beim Entwicklungsprozess des Menschen hin zu Gott;
  4. Die Gerechtigkeit Gottes in Schöpfung und Gesetzgebung;
  5. Imamat (Führungsauftrag[3]) und seine ständige, grundlegende und immerwährende Führungsrolle im Fortbestand der Islamischen Revolution;
  6. Ehre und Würde des Menschen und seine mit Verantwortung verbundene Freiheit vor Gott.

Durch die iranische Verfassung wurde ein Gottesstaat gegründet, der im Namen Allahs und des Koran die absolute Herrschaft der Obersten Rechtsgelehrten (Welaiat-e Faghih), der Revolutionsführer, des Expertenrates (aus 86 Mullahs) und des Wächterrates als Zentrum der Macht (aus sechs Geistlichen und sechs weltlichen Machthabern) garantiert. Es gibt keine Gewaltenteilung. Legislative, Exekutive und Judikative stehen unter der Aktionsmacht des religiösen Führers. Der wird auf Lebenszeit vom Expertenrat gewählt. Alle politischen und religiösen Entscheidungen stehen unter seiner Prüfungs- und Genehmigungsmacht, sogar die Entscheidung über die Präsidentschaftskandidaten. Sein Wille und seine Worte sind Eins und ewig … Ungeachtet dessen, ob das Volk will oder nicht …

Mit diesem Programm werden den Menschen unter dem iranischen Regime die elementarsten Rechte nicht nur verweigert, sondern wird dieses Unrecht auch noch gesetzlich festgeschrieben. Seit dreißig Jahren hat sich im Iran ein theokratisches Regime etabliert, das Frauen einen klar begrenzten Lebensraum zuweist. Die größten Leidtragenden nach den Frauen sind Minderheiten und Andersdenkende. Repression, Zensur, öffentliche Hinrichtungen, Steinigungen, mittelalterliche Strafen wie Glieder-Amputationen und vieles mehr an unbeschreibbaren Brutalitäten gehören zum Alltag des Gottesstaates.

Nun – wenn wir all das vergleichen mit der Verfassung einer Rechtsstaatlichkeit, die vom Wesen des Menschen und des Individuums als „Maß aller Dinge“ ausgeht, jedoch nicht von Gott bzw. Allah, wird die große Diskrepanz deutlich zwischen demokratischen und  totalitären Verhältnissen, wie sie in der Verfassung der islamischen Republik Iran herrschen. Solche Staatssysteme mit ihrem aggressiven Dogma und ihrer Gewaltbesessenheit sind im Kern menschen- und frauenfeindlich, rassistisch, antijüdisch, antizionistisch, antiwestlich und antidemokratisch. In diesem System ist unabhängiges Denken verboten. Insofern sind im Islam die europäischen Errungenschaften wie Gleichheit, uneingeschränkte persönliche Freiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Presse und Künste, tabu.

Alle aussortierten Präsidentschaftskandidaten (sowohl die früheren wie Rafsandjani oder Khatami und die jetzigen wie Ahamdinedjad, Rezai, Karrobi und Mussawi) haben im Wesentlichen die gleiche Agenda. Es ist das Programm der islamischen Republik. Sie sind Zöglinge von Chomeini und haben die Diktatur der islamischen Herrschaft von der ersten Stunde an mit aufgebaut und sind ihr treu geblieben, sonst wären sie nicht vom Wächterrat bestätigt worden. Sie alle haben Blut an den Händen. Als Mussawi Ministerpräsident war, wurden in nur drei Monaten im Sommer 1988 schätzungsweise 30.000 politische Gefangene hingerichtet und in einem Massengrab begraben. Das ganze System ist von den Wurzeln her verdorben.

Bei den aktuellen Unruhen geht es längst nicht mehr um den Wahlbetrug. Auch ohne ihn herrschten in Iran keine demokratischen Verhältnisse. Mussawi ist nur eine Projektionsfigur für das jahrlange Leid: die Bürger haben die Brutalität des Regimes zum Erbrechen satt.

Trotz des massiven Gewalteinsatzes, der Zensurverschärfung, sowie der Tötungen, der willkürlichen Verhaftungen und dem Verschwinden von 275  Protestierenden innerhalb der letzten acht Monate, schreien die Menschen aller Schichten lauthals auf den Straßen: Na Rahbar, na Mussawi (Weder Führer noch Mussawi); Marg bar Djomhurie eslami (Tod der islamischen Republik) und Azadi bara-ie Iran (Freiheit für Iran).

Seit dem Tod einer Studentin am 20. Juni 2009 haben die Proteste einen neuen Namen bekommen. Ihr Name ist nun NEDA und nicht mehr Mussawi. Neda bedeutet „Stimme“, „Aufruf“, „Appell“, „Echo“. Sie ist in den persischen Lexika als das „Echo der Freiheit“ verewigt. Es ist das Echo von dreißig Jahren Demütigung, Unterdrückung, Repression, Folter, Steinigung, Peitschenhieben, Hinrichtungen, Geschlechter-Apartheid, Zwangsverschleierung, Armut, Prostitution, kultureller Dekadenz und einem religiös-faschistisch totalitaristischen Regime.


[1] Vgl. Die iranische Verfassung in: http://www.eslam.de/manuskripte/verfassung_iri/praeambel%20.htm#Einleitung

[2] Ebd.

[3] Das Imamat bzw. der Führungsauftrag ist die vierte Grundlage im Stamm der Religion [usul-ad-din]. Es beschreibt die Tatsache, dass nach Vollendung der Religion durch Prophet Muhammad (s.) die Offenbarung [wahy] nur durch solche Menschen unverfälscht und fehlerfrei bewahrt werden kann, die selbst auch fehlerfrei und rein sind. Gemäß Überlieferung des Propheten Muhammad (s.) sind das seine Ahl-ul-Bait (a.).

Nasrin Amirsedghi ist eine in Mainz lebende deutsch-persische Publizistin.

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