Hitler war wengistens ehrlich

Europa, allen voran Deutschland und Frankreich, entfremdet sich immer mehr von Amerika. Doch das 21. Jahrhundert wird nicht in Europa entschieden sondern im asiatisch-pazifischen Raum. Die europäische Arroganz gegenüber Amerika ist unangebracht und lenkt von den eigenen historischen und gegenwärtigen Sündenfällen ab. Dieser Text von Ralph Peters ist 2003 in der FAZ erschienen und erschreckend aktuell.

Oh, wir wissen, wie ihr uns seht. Ihr sagt es uns ja ständig. Wir sind ungebildet, weil wir nicht sagen können, wann die Uraufführung des “Rheingolds” war. Wir sind herzlos, weil unsere Gesellschaft Chancen über Sicherheit stellt. Wir sind naiv, weil wir eure Vorurteile nicht teilen. Wir sind Kriegstreiber, weil wir immer noch glauben, daß ein paar Dinge es wert sind, verteidigt zu werden. Und jetzt sind wir Nazis, weil wir einen Diktator absetzen, der sein eigenes Volk und seine Nachbarn abgeschlachtet, Terroristen Unterschlupf gewährt und in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen versucht hat.

Natürlich kauft ihr weiterhin die Produkte unserer Kultur. Eure intelligentesten jungen Leute kommen zu uns, um hier zu arbeiten. Wir Amerikaner haben den Rassismus überwunden, der Deutschland und Frankreich zerfrisst (wir warten darauf, in Berlin einen türkisch-deutschen Colin Powell oder in Paris eine Condoleeza Rice senegalesischer Abstammung zu treffen). Wir teilen also gewiss nicht eure Vorurteile. Und nach den Ereignissen vom 11. September 2001 werden wir nicht warten, bis wir wieder angegriffen werden, sondern vorsorglich überall dort zuschlagen, wo wir das für notwendig halten – und das werden wir tun, ohne Europa noch einmal um Erlaubnis zu fragen. Nach europäischen Maßstäben sind wir also tatsächlich Kriegstreiber.   …

Wir werden nicht länger dem europäischen System folgen, wonach Diktatoren innerhalb der Grenzen ihres Landes tun und lassen dürfen, was sie wollen. Eure Forderung nach der Achtung nationaler Souveränität bedeutet nur, daß Hitler vollkommen akzeptabel gewesen wäre, wenn er nur nicht die Juden ermordet hätte. Und wir werden uns auch nicht mehr an die Traditionen von Königen und Kaisern halten, wonach Staatsoberhäupter vor persönlicher Bestrafung sicher sind, ganz gleich welche Verbrechen sie begehen. Wir werden die wirklich Schuldigen verfolgen, nicht die Massen. Und noch so laute Beschimpfung am Brandenburger Tor oder auf der Place de la Concorde wird uns davon nicht abhalten. Wir sind fertig mit eurer Lust, über vergangene Holocauste zu weinen, aber nicht bereit zu sein, neue Holocauste zu verhindern oder zu beenden. Srebrenica ist das europäische Modell. Bagdad ist unseres. …

Ralph Peters, FAZ 2003

Speech at 9/11

Let me remind you of the words from Darryl Worley’s 9/11 song:

Have you forgotten how it felt that day?
To see your homeland under fire
And her people blown away
Have you forgotten when those towers fell?
We had neighbors still inside going thru a living hell

Worley’s response is our response: No, we will NEVER forget.When the forces of Jihad attacked New York, they attacked the world.

Among those lost were people from 55 nations, people of every religion and every persuasion. No place on earth had a more multi-ethnic, multi-racial, and multi-lingual workforce than New York’s proud towers.

That is exactly why they were targeted. They constituted an insult to those who hold that there can be no peaceful cooperation among people and nations without submission to Sharia; to those who wish to impose the legal system of Islam on the rest of us.

Geert Wilders Speech at the 911 Rally of Remembrance, Atlas Shrugs

Diese lästigen Juden

von CHARLES KRAUTHAMMER

Am 04.06.2010 erschien in der Washington Post der folgende Kommentar des Pulitzer-Preisträgers Charles Krauthammer, den  S t a n d p u n k t e  ins Deutsche übertragen hat.

Die Welt ist außer sich über Israels Blockade von Gaza. Die Türkei brandmarkt deren Unrechtmäßigkeit, Unmenschlichkeit, Barbarei, etc. Die üblichen Verdächtigen in den UN, aus Europa und der Dritten Welt stimmen ein. Die Obama Administration zaudert.

Aber, wie Leslie Gelb, der frühere Präsident des Rates für Auswärtige Beziehungen, schreibt, die Blockade ist nicht nur völlig vernünftig, sie ist auch völlig legal. Gaza hat sich unter der Hamas selbst zum Feind Israels erklärt – eine Erklärung, die durch mehr als 4.000 auf israelisches Wohngebiet abgefeuerte Raketen bekräftigt worden ist. Obwohl sie sich selbst der unaufhörlichen Kriegslust verschworen hat, beansprucht die Hamas die Opferrolle für sich, wenn Israel eine Blockade verhängt, um die Hamas daran zu hindern, sich mit noch mehr Raketen zu bewaffnen.

Im Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten – in vollem Einklang mit dem internationalen Recht – eine Blockade über Deutschland und Japan verhängt. Und während der Raketenkrise im Oktober 1962 blockierten wir Kuba (bzw. haben es „unter Quarantäne“ gestellt). Waffen tragende russische Schiffe haben Kuba angesteuert und machten kehrt, weil die Sowjets wussten, dass die U.S. Navy sie entweder entern oder versenken würde. Dennoch wird Israel für dasselbe, das John F. Kennedy getan hat, internationaler Verbrechen beschuldigt: eine Seeblockade zu verhängen, um eine feindliche Regierung daran zu hindern, in den Besitz tödlicher Waffen zu gelangen.

Oh, aber waren nicht die Gaza-Schiffe auf einer humanitären Hilfsmission? Nein. Sonst hätten sie Israels Angebot angenommen, die Güter in einen israelischen Hafen zu bringen, sie auf militärisches Material zu untersuchen und den Rest über Israel nach Gaza zu verladen – so wie jede Woche 10.000 Tonnen Lebensmittel, Medikamente und andere humanitäre Hilfsgüter von Israel nach Gaza geliefert werden.

Warum wurde das Angebot zurückgewiesen? Weil es der Flottille, wie die Organisatorin Greta Berlin zugegeben hat, nicht um humanitäre Hilfe ging sondern darum, die Blockade zu brechen – d.h. Israels Inspektionshoheit zu beenden, was unbegrenzten Seetransport nach Gaza und damit die unbegrenzte Bewaffnung der Hamas bedeuten würde.

Israel hat schon zweimal Schiffe abgefangen, die mit für Hisbollah und Gaza bestimmten Waffen aus dem Iran beladen waren. Welches Land würde das erlauben?

Aber was noch wichtiger ist, warum musste Israel überhaupt auf eine Blockade zurückgreifen? Weil die Blockade Israels letzte Zuflucht ist, nachdem die Welt systematisch seine traditionellen Abwehrstrategien delegitimiert hat – die Vorwärtsverteidigung und die aktive Verteidigung.

1.) Vorwärtsverteidigung („forward defense“): Als kleines, dicht bevölkertes Land, das von Feinden umgeben ist, hat Israel während seines ersten halben Jahrhunderts die Strategie der Vorwärtsverteidigung verfolgt – Kriege lieber auf feindlichem Territorium zu führen (wie Sinai und Golan) als auf seinem eigenen.

Wo immer es möglich war (zum Beispiel Sinai), hat Israel Land für Frieden eingetauscht. Doch wo die Friedensangebote abgeschlagen wurden, behielt sich Israel das Land als schützende Pufferzone. Folglich behielt Israel  einen schmalen Streifen vom südlichen Libanon, um die Dörfer in Norden Israels zu schützen. Und es nahm lieber hohe Verluste in Gaza in Kauf, als die israelischen Grenzstädte den palästinensischen Terrorangriffen auszusetzen. Es ist derselbe Grund, aus dem Amerika einen aufreibenden Krieg in Afghanistan führt: Du bekämpfst sie dort, damit du sie nicht hier bekämpfen musst.

Aber unter überwältigendem Druck von außen gab Israel das auf. Den Israelis wurde gesagt, die Besatzungen wären nicht nur illegal sondern auch die Wurzel der anti-israelischen Aufstände – und indem die Ursache dann beseitigt wäre, würde der Rückzug Frieden bringen.

Land für Frieden. Erinnern Sie sich? Nun, während der letzten Dekade gab Israel das Land – hat Süd-Libanon 2000 und Gaza 2005 verlassen. Was hat es bekommen? Eine Intensivierung der Kampfhandlungen, eine schwere Militarisierung auf Seiten des Feindes, vielfache Kidnappings, Grenzüberfälle und, aus Gaza, Jahre unablässiger Raketenangriffe.

2.) Aktive Verteidigung: Danach musste Israel zur aktiven Verteidigung wechseln – Kampfmaßnahmen, um die terroristischen Zwergstaaten im Südlibanon und Gaza, die sich nach Israels Rückzug wieder bewaffnet hatten, zu zerreißen, zu zerlegen und zu besiegen (um sich Präsident Obamas Beschreibung unseres Feldzugs gegen die Taliban und Al-Kaida auszuborgen).

Das Ergebnis? Der Libanon Krieg 2006 und die Gaza Operation 2008/09. Sie wurden mit einer neuerlichen Lawine von Schmähungen und Verleumdungen quittiert – von derselben internationalen Gemeinschaft, die zuvor Israels Land-für-Frieden Rückzüge gefordert hatte. Schlimmer, der UN Goldstone Report, der im Grunde genommen Israels Verteidigungsaktion in Gaza kriminalisiert und den Casus Belli weißgewaschen hat – den vorhergegangen grundlosen Raketenkrieg der Hamas – hat praktisch jede aktive israelische Verteidigung gegen seine selbst ernannten terroristischen Feinde delegitimiert.

3.) Passive Verteidigung: Ohne Vorwärts- und aktive Verteidigung bleibt Israel nur mehr die passivste und mildeste aller Verteidigungsstrategien übrig – eine Blockade, um schlichtweg die Wiederbewaffnung des Feindes zu verhindern. Und dennoch, eben in diesem Augenblick, steuert auch dies auf die internationale Delegitimierung zu. Sogar die Vereinigten Staaten bewegen sich mittlerweile in die Richtung, sie aufheben zu wollen.

Aber, wenn nichts davon zulässig ist, was bleibt dann übrig?

Ah, das ist der Punkt. Das ist der Punkt den sie alle verstanden haben, die Blockade brechende Flottille nützlicher Idioten und Terrorsympathisanten, die türkische Organisation an der Spitze, die sie gegründet hat, der automatische Chor der anti-israelischen Dritten Welt und der Vereinten Nationen, und die gleichgültigen Europäer, die schon ziemlich genug haben vom Judenproblem.

Was übrig bleibt? Nichts. Der genaue Punkt dieser unablässigen internationalen Kampagne ist es, Israel des Rechts jeglicher legitimen Form der Selbstverteidigung zu berauben. Weshalb sich, gerade erst letzte Woche, auch die Obama Administration in die Reihe der Schakale eingeordnet und vier Dekaden US-Praxis aufgehoben hat, indem sie eine gemeinsame Erklärung mit unterzeichnet hat, die Israels Besitz von Nuklearwaffen herausgreift – solchermaßen Israels absolut letzte Verteidigungslinie delegitimierend: Abschreckung.

Die Welt ist dieser ärgerlichen Juden müde, 6 Millionen – wieder diese Zahl – nahe am Mittelmeer, jede Einladung zum nationalen Selbstmord ablehnend. Dafür werden sie unablässig dämonisiert, isoliert und davon abgehalten sich zu verteidigen, sogar während die stärker engagierten Anti-Zionisten – im Besonderen der Iran – offen eine endgültigere Lösung, eine Endlösung, vorbereiten.

Englische Originalfassung (Washington Post, 04.06.2010)

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Armutsfalle Sozialstaat

Unter Bill Clinton wurde 1997 der bis dahin lebenslange Rechtsanspruch auf Sozialhilfe für körperlich gesunde Amerikaner auf fünf Jahre begrenzt. Gunnar Heinsohn untersucht die Auswirkung dieser Reform und vergleicht das Resultat mit der Situation in Deutschland. Sein Fazit: Der Sozialstaat vermehrt die Armut.

Ex-US-Präsident Bill Clinton hat es geschafft, das Wachstum einer Unterschicht zu begrenzen, die sich nur durch Sozialhilfe finanziert. Deutschland aber gelingt es bis heute nicht, dieses Problem zu meistern. Mehr noch, unsere Zuwanderer sind meistens diejenigen, die es zu Hause auch nicht geschafft haben.

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Terroranschlag in Fort Hood

Was in Fort Hood geschah, war ein Terroranschlag, ausgeführt von einem US-amerikanischen muslimischen Terroristen, nichts anderes.

Es gibt nur eine Umschreibung, die adäquat das Blutbad in Fort Hood benennt: Es war ein Terroranschlag. Die Medien wollen diesen Terminus vermeiden, aber je mehr man über den Killer weiß, desto deutlicher wird sichtbar, dass dieser vorsätzliche und tödliche Anschlag auf unbewaffnete Soldaten und Zivilisten durch seinen Glauben an die muslimische Weltherrschaft motiviert war. In den politisch korrekten USA wird dieses Massaker zu verstärkten Anstrengungen führen, Erklärungen zu finden, die in diese fortschreitende Weltsicht passen. Es kann einfach nicht wahr sein, dass ein ernstzunehmender Erwachsener wie der Täter tötet, nur weil er es für gerechtfertigt hält, Ungläubige zu ermorden.

Leon de Winter (Übersetzung Castollux)

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Kniefall vor Putin

Barack Obama stoppt den Raketenabwehrschild in Polen und Tschechien. Damit stärkt er nicht nur Putin sondern auch den iranischen Präsidenten. Das könnte für die iranischen Oppositionellen fatale Folgen haben und eine friedliche Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran erschweren.

Der Kniefall Obamas festigt die zunehmende Stärke Russlands. Schlich der Riese nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches eine Zeit lang ziemlich gebückt durch die Welt, scheint er unter Putin wieder zur einstigen Größe heranzuwachsen. Obwohl Putinland in der Durchsetzung seiner Interessen nicht gerade zimperlich ist, stieß es bisher auf keinen nennenswerten Widerstand. Ob man in der Ukraine Erdgas als politisches Erpressungsmittel einsetzt oder in Georgien einmarschiert, der internationale Protest hält sich in Grenzen. Geschweige denn, dass die Welt eine Untersuchung der zahlreichen Kriegsverbrechensvorwürfe gegen die russische Armee in Tschetschenien verlangte hätte. Jene, die lautstark gegen den vergleichsweise gemäßigten Militäreinsatz in Gaza protestierten, sahen in Grosny mit beiden Augen weg und schweigen bis heute.

Im Westen wird immer noch kaum verstanden, wie wichtig im Kalten Krieg für die Länder des ehemaligen Ostblocks USA und NATO als Gegenpol zur sowjetischen Vorherrschaft waren. Ohne deren militärischen Schutz hätten die kommunistischen Diktaturen nicht überwunden werden können. Die Abkehr von der Errichtung der Raketenabwehr ist ein deutliches Zugeständnis an Russland und wird daher bei vielen Polen und Tschechen alte Ängste wecken. Zu Recht werden sie sich von Obama gegenüber den Hegemoniebestrebungen von Putinland im Stich gelassen fühlen.

Im Stich gelassen könnten sich aber auch jene fühlen, die den Iran mit friedlichen Mitteln am Bau der Atombombe hindern wollen. Russland hält seine schützende Hand über den Iran und Obamas Entscheidung hat diese Hand deutlich gestärkt. Stellte der Präsident noch im April klar, dass „Irans nukleare und Raketenaktivitäten eine reale Bedrohung darstellen, nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern für alle Nachbarn Irans und unsere Verbündeten,“ dürfte Obamas Entscheidung in Teheran nun zumindest als teilweise Kehrtwendung beurteilt werden. Ein „Wandel der bisher praktizierten Appeasement- und Kollaborationspolitik des Westens“ ist damit noch unwahrscheinlicher geworden. Dabei ist diese Politik bereits im Irak verhängnisvoll gescheitert:

Im Vorfeld des Irakkriegs hatten die USA versucht, Saddam Hussein militärisch einzuschüchtern und ihn so zur Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Waffeninspektionen durch die UN zu zwingen. Indem es die militärische Karte von vornherein aus dem Spiel nahm, hat das heuchlerische Dreigestirn aus Schröder, Chirac und Putin diese Taktik zum Scheitern verurteilt. Die Regierungschefs jener Staaten, die wirtschaftlich am engsten mit dem Terrorregime im Irak verflochten waren, ließen Saddam glauben, dass sie ihm den Rücken freihalten. Da er nie mit einem Alleingang der USA gerechnet hatte, sah der „Schlächter von Bagdad“ keinen Anlass zum Einlenken. Es war nicht das erste Mal, dass Appeasement den Krieg, den es verhindern wollte, letztlich begünstigt hat.

Sollte also nun Obamas Entscheidung Ahmadinejad in trügerischer Sicherheit wiegen, hätte das nicht nur fatale Folgen für die iranischen Oppositionellen sondern für die gesamte weitere Entwicklung im Nahen Osten. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass sich Obama im Gegenzug zu seinem Zugeständnis eine härtere Gangart Russlands gegenüber dem Iran ausbedungen hat. Doch sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Ahmadinejad leugnet jedenfalls weiterhin schamlos den Holocaust und droht Israel mit dessen Auslöschung: „Es ist unsere nationale, religiöse und islamische Pflicht, dem zionistischen Regime weiterhin entgegenzutreten.“ Israel bedrohe die nationale Sicherheit aller Staaten im Mittleren Osten. Die mit dem Westen verbündeten arabischen Staaten sollten sich nicht mit Israel einlassen. „Dieses Regime wird nicht lange überleben“, erklärte er. „Sein Leben ist am Ende.“ Die Menschenmenge skandierte „Tod Israel!“. (Die Presse)

Nach der Ära Bush gilt Barack Obama als Fanal einer neuen amerikanischen Außenpolitik. Hoffentlich wird er die Geister, die er ruft, auch wieder los.

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Nachlese: 9/11 im ORF

Nach der Ausstrahlung des unsäglichen 9/11-Machwerks legte der ORF noch ein Schäuflein nach und lebte seine Obsession nach Verschwörungstheorien in ”Weltjournal” und ”Club 2” aus. Deshalb, und als Antwort auf die vielen Reaktionen auf meinen Beitrag, noch ein paar abschließende Worte.

Was mich wirklich wütend macht, ist die schamlose Täter / Opfer Umkehr, die mit diesen quotenschielenden Enthüllungen einher geht. Hier ist jeglicher moralische Kompass verloren gegangen.

Der Skandal besteht nicht im Film an sich, der richtet sich selbst. Der Skandal besteht darin, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender den Eindruck erweckt, hier stünden zwei Interpretationen des selben Ereignisses gleichwertig nebeneinander. So zu tun, als hätten die wirren Ergüsse einsamer Phantasten den gleichen Stellenwert wie eine öffentliche Untersuchung vor dem US Kongress, ist einfach absurd.

Spinnern wie Wisnewki, der in seinem neuen Buch den Unfalltod Jörg Haiders als Mossad-Anschlag ”enttarnt”, wird eine Bühne geboten, auf der er seinen Unfug auf gleicher Augenhöhe mit Experten, Augenzeugen und Betroffenen absondern kann. Was kommt als nächstes, ein Club 2 mit David Irving, ob es die Gaskammern in Auschwitz wirklich gegeben hat?

Bei so monströsen Ereignissen handelt es sich um kein Laborexperiment. Daher wird es nie über alle Details zum Hergang 100%-ige Sicherheit geben können. Wir wissen bis heute nicht genau, wie die Pyramiden entstanden sind. Das ändert nichts daran, dass es sie gibt, und dass es höchstwahrscheinlich nicht die Außerirdischen waren, die sie erbaut haben.

Ich diskutiere daher auch den Hergang selbst nicht mehr. Man darf der Taktik der 9/11 Truther nicht auch noch Vorschub leisten, indem man sich ständig in die Defensive drängen lässt. Sollte jemals einer der Truther eine kongruente Darstellung über die gesamten Geschehnisse abliefern, werde ich gerne die passenden Fragen dazu stellen.

Die Quellen sind bekannt, einige habe ich zitiert. Es steht jedem frei, zu lesen. Es steht jedem frei, dumm zu sterben.

Nachtrag:Der Blödsinn als Mainstream”, ein sehr guter Kommentar von Hans Rauscher im STANDARD über die “tiefe geistige Desorientierung” des ORF. (pdf)

Und noch drei Links über den ganzen Unsinn:
9/11 Morons, für alle, die gerne lachen
Popular Mechanics, für alle, die es ganz genau wissen wollen
Mosaik 9/11, für alle, die lieber in deutscher Sprache lesen

Zum  Abschluss dieser neverending story eine ARTE-Dokumentation (5 Teile) über die Geschichte der Verschwörungstheorien, ihre antisemitischen Stereotype und ihre epidemische Verbreitung von 1789 über die Protokolle der Weisen von Zion und Lady Diana bis zu Thierry Meyssans kruden 9/11-Theorien. Vielen Dank an @Ludivico für diesen Tipp!

Und noch ein allerletzter Link: der ROLLING STONE war dabei und hat die ganze Verschwörung genau protokolliert! (pdf)

Bildungsauftrag

Die kritiklose Verbreitung obskurer Verschwörungstheorien zu 9/11 durch den ORF ist ein handfester Skandal.

Wie soll ein öffentlich-rechtlicher Rundfunksender der Terroranschläge des 11. September gedenken? Das ZDF tat das zum Beispiel mit einer ausführlichen chronologischen Dokumentation der Ereignisse, die über weite Strecken aus der Sicht von Augenzeugen gedreht war und Opfer und Betroffene zu Wort kommen ließ, und einem anschließenden Beitrag über die geläufigsten Mythen rund um 9/11 in einer ”langen Nacht der Verschwörungstheorien”.

Wien ist anders. Und so zeigt der ORF die wirre Pseudo-Dokumentation ”9/11 – Was steckt wirklich dahinter?”, die mit allen Mitteln den Eindruck zu erwecken versucht, die Anschläge wären von den USA selbst verursacht. Ein italienischer Propagandafilm á la Michael Moore, der in dramatischem Diktus längst beantwortete Fragen aufwirft. Die alten sattsam bekannten 9/11-Mythen werden neu aufgewärmt.

Dabei agiert der ORF als Wiederholungstäter. Schon vor zwei Jahren hat er sich für die deutschsprachige Erstausstrahlung eines ähnlichen Werks hergegeben: ”9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers”, der wie der heuer ausgestrahlte Film im Internet Karriere gemacht hat.

Durch das Machwerk führt der durchgeknallte Anarchist Dario Fo, der so tut, als hätte er statt des Nobelpreises für Literatur den für Statik bekommen. Zu Wort kommen selbst ernannte Experten vom Kaliber eines Gore Vidal oder Jürgen Elsässer, der vor kurzem Ahmadinejad zur Wiederwahl gratulierte und die iranischen Oppositionellen als “Discomiezen“ und „Strichjungen des Finanzkapitals“ denunzierte. Das Ganze wird von einer seriösen ”Universum-Stimme” synchronisiert. Auf der ORF-Website wird die „deutschsprachige Erstaufführung“ als „penibel recherchierte Doku“ angepriesen, die „die damaligen Ereignisse in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt“.

Es ist immer dasselbe: Man konstruiert im Nachhinein Zusammenhänge wo keine sind und bringt das Publikum mit suggestiven Fragen dorthin, wo man es haben möchte. Vermeintliche Ungereimtheiten werden aufgezeigt und Vermutungen angestellt: Eine schlüssige alternative Darstellung der Ereignisse wird nicht geliefert (wie denn auch?). Man fordert, jede noch so idiotische Behauptung im Detail zu widerlegen und jede noch so unbedeutende Einzelheit genau zu rekonstruieren, man selbst braucht aber gar nichts zu beweisen. Es reicht, den Generalverdacht zu konstruieren, den Rest besorgt dann schon die Phantasie des Publikums. Wenn dann noch Ressentiments gegen Amerika oder Israel bedient werden, kann nichts mehr schiefgehen, der Erfolg ist quasi garantiert. Das Muster funktioniert seit den Protokollen der Weisen von Zion.

Wie verblödet muss man eigentlich sein, um zu glauben, man könne ein Gebäude mit 400.000 m² Nutzfläche, in dem 50.000 Menschen arbeiten, heimlich zur Sprengung vorbereiten, wenn solche Arbeiten schon in einem leeren Industrieobjekt Monate in Anspruch nehmen? Wer flog denn in das WTC, wenn es nicht Atta & Co. waren? Wo ist denn das Flugzeug, das nicht ins Pentagon geflogen ist? Und wo sind dessen Passagiere? Mit Elvis Karten spielen?

Wirkliche Verschwörungen haben immer nur sehr wenige Beteiligte und Mitwisser. Sie sind trotzdem aufgeflogen. Von der Ermordung Cäsars bis Watergate. In unserer Zeit wird bereits der Oralverkehr eines amerikanischen Präsidenten zum publizistischen Weltereignis. Und diese Menschen glauben ernsthaft, unter der Clinton-Administration könnte eine gigantische Verschwörung, die tausende Amerikaner das Leben kostet, ausgeheckt und bis ins Detail vorbereitet worden sein, die dann unter der Bush-Regierung exekutiert wird, und nichts, rein gar nichts, dringt nach außen! Hunderte Helfer, Selbstmordattentäter, Sprengstoff- und Raketenexperten, verschwundene Flugzeuge samt Passagieren. Und alle Beteiligten halten bis heute dicht?

Welches Weltbild haben Menschen, die lieber solchen Irrsinn glauben, als zur Kenntnis zu nehmen, wozu islamische Terroristen fähig sind? Gab es dafür seither nicht mehr als genug Beispiele, von London bis Madrid, von Bali bis Mumbai? Es muss diesen Irren körperliche Schmerzen bereiten, sich damit abzufinden, dass nicht immer die blöden Amis oder der hinterlistige Jud’ schuld sind.

Es gehört bei uns nun einmal zur Meinungsfreiheit, dass auch der größte Spinner öffentlich seinem Wahn nachhängen kann. Aber dass ein staatlicher Fernsehsender, der sich mit Zwangsgebühren finanziert, den Jahrestag des furchtbarsten Terroranschlags der Geschichte, der unser aller Leben für immer verändert hat, mit diesem Unsinn begeht, ist ein handfester Skandal.

P.S. Wer sich über die von den Verschwörungstheoretikern aufgeworfenen Fragen informieren will, kann das unter anderem auf folgenden Websites tun:

http://www.spiegel.de/spiegelspecial/0,1518,435547,00.html
http://en.wikipedia.org/wiki/9/11_conspiracy_theories

http://www.debunking911.com/index.html

http://www.debunk911myths.org

http://www.911myths.com

http://emptv.com/research/loose-change
http://www.conspiracyscience.com/articles/zeitgeist

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Nachlese »

Last Lecture: Really Achieving Your Childhood Dreams

An amerikanischen Universitäten gibt es die Tradition der „last lecture“: Professoren halten eine Vorlesung, als würde es ihre letzte sein. Als Randy Pausch am 18. September 2007 an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh seine last lecture hielt, war das wörtlich zu verstehen. Pausch war zu diesem Zeitpunkt bereits unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt.

Die Erkrankung war aber nicht das Thema seiner Vorlesung, sondern wie man seine Kindheitsträume verwirklicht. „Really Achieving Your Childhood Dreams“ wurde zu einem mitreißenden Manifest des Lebensmuts, voller Humor, Weisheit und Optimismus.

Pausch richtete seine Vorlesung hauptsächlich an seine Kinder. Aber schon innerhalb weniger Tage hatten mehr als eine Million Menschen das Video aus dem Internet heruntergeladen. Pausch wurde weltberühmt und verarbeitete den Inhalt seines Referats zu einem Buch. „The Last Lecture“ erschien im April 2008 (auch in deutscher Übersetzung) und landete in den USA und in Deutschland sofort auf den Bestsellerlisten.

Seine eigenen Kindheitsträume waren:

  1. Sich in der Schwerelosigkeit aufzuhalten
  2. In der NFL Football zu spielen
  3. In der „World Book Encyclopedia“ einen Artikel zu veröffentlichen
  4. Captain Kirk zu sein
  5. Stofftiere zu gewinnen
  6. Ein Disney Imagineer zu sein

Randy Pausch starb am 25. Juli 2008 im Alter von 47 Jahren. Sein Leben hat Millionen Mut gegeben.

9/11: Time To Remember

Einen der besten Texte zu 9/11 hat Bruce Bawer geschrieben, ein in Norwegen lebender amerikanischer Autor. Sein bekanntestes Buch ist “While Europe Slept – How Radical Islam Is Destroying The West From Within” aus dem Jahr 2006. Standpunkte hat den herausragenden Text, der im Original in der linksliberalen holländischen Tageszeitung De Volkskrant erschienen ist, ins Deutsche übersetzt:

Bruce Bawer:
9/11, Five Years Later: A View from Europe

Unlängst habe ich zum vielleicht 20-igsten Mal „Casablanca“ gesehen. Die Charaktere des Films bestehen aus Menschen aus den Vereinigten Staaten, Norwegen, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Tschechoslowakei und Bulgarien, deren entsetzliche Erfahrungen im von den Nazis besetzten Europa sie etwas Kostbares gelehrt haben: den Wert der Freiheit. Viele sehnen sich nach einer Überfahrt nach Amerika, einem Leuchtfeuer der Freiheit in einer sich verdunkelnden Welt. In einer mitreißenden Szene beginnen Nazi-Offiziere in Rick’s Café „Die Wacht am Rhein“ zu singen und die anderen Gäste erwidern mit der Marseillaise.

Irgendetwas wie dieses Gefühl internationaler Einheit für die Sache der Freiheit hatte ich vom Westen nach 9/11 erwartet. Aber es kam nicht auf. Warum? Weitgehend aufgrund der Unfähigkeit, das Wesen des Feindes zu verstehen: Islamistischer Terrorismus wird nach wie vor von vielen als verzweifelte Antwort auf Armut, Unterdrückung und/oder westliche Außenpolitik charakterisiert und nicht als das, was es ist: Ein Jihad von Leuten, die danach trachten, den Westen zu erobern, so wie einst Mohammed Nordafrika, indem sie die Ungläubigen unterwerfen und die Scharia einführen. Erst kürzlich gestand George W. Bush endlich ein, dass wir gegen „Islamische Faschisten“ kämpfen – nur um angesichts der Kritik wieder zur leeren Phrase vom „Krieg gegen den Terror“ zurückzukehren.

Zwar verstehen manche den Feind, unterschätzen aber trotzdem seine Fähigkeiten. Die eigene Behaglichkeit kann der eigene Untergang sein: genauso wie es unvorstellbar erschienen sein mag, dass die Zwillingstürme so leicht zu Fall gebracht werden könnten, mag sich nun unsere Gesellschaft unzerstörbar fühlen, und die Vorstellung, sie verteidigen zu müssen, mag anmuten – nun, wie aus einem alten Film. Viele junge Europäer wähnen sich in einem Gefühl absoluter Sicherheit. Für das völlige Fehlen des Bewusstseins einer deutlichen, gegenwärtigen Bedrohung ihrer Freiheit gibt es noch markantere Zeichen als die Che-Guevara T-Shirts und Palästinenser Schals, mit denen sie vorgeben, sich mit dem trügerischen Glanz einer gewalttätigen Revolution gegen ihre eigene Gesellschaft zu identifizieren.

Am 11. September war ich (so wie jetzt) ein New Yorker, der in Oslo lebt. Noch an diesem Tag habe ich begriffen, dass ich meine Heimat nie verlassen hatte – denn dies war, wie mir bewusst war, nicht nur ein Angriff auf meine Heimatstadt sondern auf die ganze freie Welt. Wir waren offensichtlich im Krieg – nicht nur mit Terroristen, sondern auch mit ihren Verbündeten im Westen. Ich wusste über Letzteres bereits ein wenig Bescheid: als ich 1999 in Amsterdams Oud-West lebte, sah ich mich um und realisierte, dass ich es bisher verabsäumt hatte, ein wesentliches Teil des europäischen Puzzles zur Kenntnis zu nehmen: nämlich das Aufkommen Muslimischer Gemeinschaften, die keine vorübergehenden Phänomene waren (wie das mittlerweile verschwundene polnische Viertel in Manhattan, in dem mein Vater aufgewachsen ist), sondern der Beginn einer schnell wachsenden, sich selbst abschottenden, europäischen islamischen Gesellschaft, die immer selbstbewusster und bestimmter in ihrer Ablehnung der westlichen Werte wurde. Die Feiern in den Straßen von Ede (niederländische Provinz, Anm. d. Übers.) und anderswo nach 9/11 erhärteten meine Vorstellung von den Furcht erregenden Möglichkeiten, die diese Enklaven repräsentierten.

In Folge von 9/11 fühlten sich europäische Führer verpflichtet, Amerika bei seiner Invasion nach Afghanistan zu folgen. Aber die ursprüngliche Zurschaustellung von Solidarität durch Politiker und Intellektuelle („Wir sind alle Amerikaner“) wich schnell Erklärungen, dass die USA selbst – durch ihre Unterstützung Israels, das Stützen arabischer Diktatoren, die Verbreitung der Globalisierung, etc. – 9/11 herausgefordert hätten. Aber doch nicht Europa. Europa war der Freund der Muslime. Und die Muslime wussten das. Also war Europa sicher. Der norwegische Autor Gert Nygårdshaug machte sich höhnisch über den Gedanken lustig, es könne bald einen Anschlag auf „Oslo oder Rom oder Kopenhagen“ geben. Er war mit seinem Spott bei weitem nicht alleine.

Dann kamen Madrid, London, Bali, Beslan und Mumbai. Van Gogh wurde abgeschlachtet, die Muslime randalierten in Frankreich, ihre Glaubensgenossen tobten in Dänemark über die Zeitungscartoons über Mohammed. Die westliche Elite spielte jeglichen Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen herunter, verleugnete ihn sogar. Doch von Jahr zu Jahr ist die Wahrheit immer klarer zu Tage getreten: obwohl die USA das Ziel von 9/11 waren, verläuft die Frontlinie im Krieg gegen den Islamismus durch Europa.

Im Übrigen ist es ein Krieg, in dem die mächtigste Waffe des Feindes nicht Bomben sind sondern die Demographie. Die moslemischen Einwanderungszahlen bleiben auf hohem Niveau, ebenso die Geburtenraten. Freilich, nur ein winziger Prozentsatz der Muslime sind Terroristen, aber viele mehr – die ihre „Nachrichten“ von Satellitensendern wie Al-Jazeera beziehen und gegenseitig ihre Feindseligkeit gegen den Westen in Moscheen, Kulturzentren und Internetforen nähren – halten die europäische Kultur für untolerierbar dekadent und teilen das jihadistische Ziel eines europäischen Kalifats, das im Einklang mit den Prinzipien des Koran regiert wird. Neuere Umfragen zeigen, dass zumindest 40% der Muslime im Vereinigten Königreich Großbritannien gerne unter dem Gesetz der Scharia sehen würden, und dass zumindest einer von vier die Anschläge vom 7. Juli billigt. Die Rhetorik des europäischen Establishments über Gegensätze, Armut und Ignoranz sind keine Erklärung: die brennendsten anti-westlichen Gefühle hegen nicht die analphabetischen Einwanderer aus arabischen Dörfern, sondern ihre in Europa geborenen Kinder, die gut leben und BMW fahren.

In ganz Europa haben nur die Dänen weitläufig ernsthafte Maßnahmen ergriffen, dem Fortschreiten dessen, was der Gelehrte Bat Ye‘or „Eurabia“ genannt hat, Einhalt zu gebieten. Die Ergebnisse: Die Immigration ist in Dänemark gesunken, die Integration hat sich verbessert. Trotzdem haben sogar in Dänemark die Todesdrohungen gegen die Cartoonisten die freie Welt unfreier gemacht.

Auch anderswo ist die Scharia auf dem Vormarsch. Belgische Gesetze verbieten mittlerweile die „Islamophobie“; ähnliche Gesetze passierten im letzten Jahr Englands „House of Commons“, wurden aber von den Lords (House of Lords, zweite gesetzgebende Kammer, Anm. d. Übers.) für nichtig erklärt. In Norwegen kann man jetzt inhaftiert werden, wenn man Religion von jemandem beleidigt hat (und die Beweislast liegt beim Angeklagten). Einen grausigen Vorgeschmack auf die Zukunft Europas hat letzten Februar Oslo geliefert, wo auf einer staatlich geförderten Pressekonferenz der Herausgeber Velbjørn Selbekk – der nach dem Nachdruck der Mohammed-Cartoons wochenlang Todesdrohungen getrotzt hatte – eine plötzliche Kehrtwendung vollzog und vor der größten Ansammlung von Imamen in der norwegischen Geschichte unterwürfig Abbitte leistete. Die norwegische Regierung bejubelte diese Kapitulation und bezeichnete sie als „Versöhnung“: später besuchte eine offizielle Delegation Katar, um den muslimischen Führer Yusuf al-Qaradawi ebenfalls um Vergebung zu bitten.

Was ist mit Amerika? Keine Frage, die Arroganz von Bush, seine Inkompetenz, seine Unfähigkeit sich auszudrücken, seine Taubheit gegenüber Kritik und seine Toleranz gegenüber der Folter haben es (mit Andrew Sullivans Worten) „fertig gebracht, die moralische Überlegenheit gegenüber dem Bösen des Islamismus in den Schmutz zu ziehen“ – und dadurch die Amerikaner polarisiert und dazu beigetragen, die Europäer zu entfremden, in einer Zeit in der Einigkeit entscheidend ist. (Die Entlassung von verzweifelt gesuchten Experten für Arabische Sprachen aus dem US-Militär weil sie schwul waren, bezeugt die Dauerhaftigkeit eines absurden Vorurteils, von dem ich dachte, dass es angesichts der realen tödlichen Bedrohung seit 9/11 verblassen würde.) In den USA wie auch in Europa sollten es Politiker und Journalisten besser wissen, als das haarsträubende Mantra zu wiederholen, der Islam bedeute „Friede“, Jihad bedeute „Inneres Ringen“ und die Extremisten würden „den Islam kidnappen“.

Doch trotz aller amerikanischen Fehltritte ist das Urteil der europäischen Elite, die USA seien die Bedrohung Nummer 1 in der Welt, ebenso obszön und selbstzerstörerisch gewesen wie das unermüdliche Weißwaschen der wirklichen Bedrohung durch dieselbe Elite.

Am 11. September hätte ich mir niemals vorstellen können, dass fünf Jahre später ein Mann, der sich weigert, die Steinigung weiblicher Ehebrecher zu verurteilen, als führende Stimme eines „gemäßigten“ europäischen Islam anerkannt werden würde; dass europäische Regierungen noch immer Moscheen und Koranschulen innerhalb ihrer Grenzen finanzieren würden, die Verachtung für Demokratie, Juden, Homosexuelle und Gleichberechtigung der Geschlechter unterrichten; dass der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen dafür eintreten würde, die Unterdrückung muslimischer Frauen im Westen zu akzeptieren; und dass Britannien noch immer die radikalen Kleriker beschützen würde, Königin Elisabeth Leute wie Iqbal Sacranie zum Ritter schlägt (der Homosexualität „unakzeptabel“ nennt), und Londons Bürgermeister Ken Livingston den eingangs erwähnten al-Qaradawi (der Selbstmordattentäter ebenso verteidigt hat wie die Hinrichtung Schwuler) als „fortschrittlich“ preist.

Die Wahnvorstellung dauert an: im August berichtete die Associated Press, dass die Deutschen „fassungslos“ von der Nachricht eines geplanten Bombenanschlags auf Züge in ihrem Land seien, weil sie dachten ihre „Opposition zum Irak-Krieg würde sie vom Terrorismus abschirmen“; und Britanniens „Minister für Gemeinwesen“ („Communities Secretary“) versprach im Anschluss an die Verhaftung „Englischer Burschen“, die geplant hatten, Flüge von London in die USA in die Luft zu sprengen, einen Vorschlag der muslimischen Führer zu prüfen, potentielle Inlandsattentäter zu besänftigen, indem man die Scharia in Immigrantenbezirken einführt.

Ich würde es am 9. September niemals für möglich gehalten haben, dass sich 2006 die meisten Europäer noch immer nicht darüber bewusst sind – um nur zwei zufällige Beispiele herauszupicken, dass (nach einer EU-Studie) mehr als sieben von zehn Immigrantinnen in Schweden von „honor-related violence“ betroffen sind (Gewalt im Zusammenhang mit Ehre, es gibt im Deutschen dafür keinen passenden Begriff, wir kennen nur „Ehrenmorde“, also deren schrecklichste Ausprägung, Anm. d. Übers.), und dass es in Frankreich (einem französischen Regierungsbericht folgend) jüdische Kinder gibt, die aufgrund der Peinigung durch muslimische Klassenkameraden „nicht länger ausgebildet werden können“. Einige gesetzgebende Behörden haben bereits das Handtuch geworfen: 2004 gab die schwedische Polizei zu, dass „sie die Situation in Malmö nicht unter Kontrolle habe“, eine Stadt, die von muslimischen Vergewaltigungen und Raubüberfällen geplagt wird; diesen August, nach einer muslimischen Bandenschießerei in Oslo, sagte die Polizei, sie wäre „nicht gewillt, gegen diese Banden vorzugehen, weil sie um ihre eigene Sicherheit fürchte.“

9/11 wurde die freie Welt eindringlich an ihre Freiheit erinnert. In Europa indes wurde der Geist dieses Tages von einem Establishment platt gewalzt, das – anscheinend weil es die Unvermeidbarkeit der Islamisierung Europas bereits akzeptiert hat – routinemäßig die Wahrheit auf den Kopf stellt, indem es die Angreifer als Opfer präsentiert und Selbstverteidigung als aufrührerisch. Dieses verkehrte Bild muss man zurecht rücken, und den Geist von 9/11 wieder aufleben lassen. Denn das Fazit ist einfach:

Wenn wir unsere Freiheiten nicht mit der gleichen Leidenschaft verehren, wie die Jihadisten ihren Glauben bewahren, werden wir verlieren. (pdf)

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