S t a n d p u n k t e


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Man wird ja wohl noch fragen dürfen

Ich hätte da mal ein paar Fragen:

Die weitaus überwiegende Mehrheit der Muslime ist gut integriert. Warum sollte sie sich dann von Sarrazin beleidigt fühlen? Ist es vielleicht so, dass sich die Muslime gar nicht beleidigt fühlen, sondern nur ihre hauptberuflich empörten Fürsprecher?

So wie Aydan Özoguz, die Integrationsbeauftragte der SPD-Fraktion. Im Januar 2009 nahm sie in Hamburg auf einer Hass-Demonstration gegen Israel teil, die vom radikal-islamistischen  Muslim-Markt organisiert worden war. Auf dieser Demonstration wurden laut Augenzeugenberichten der Holocaust auf Transparenten geleugnet und Hisbollahfahnen gezeigt, und nach der Kundgebung wurden Hamburger Juden von arabischen Jugendlichen verprügelt. Das alles hat Frau Özoguz nicht widerlich gefunden, Sarrazins Thesen schon.

Vor ein paar Tagen wurden vier Israelis von der Hamas ermordet, darunter eine schwangere Frau. In Pakistan hat ein sunnitischer Selbstmordattentäter Dutzende Schiiten in die Luft gesprengt, nur wenige Tage nachdem in Lahore 38 Schiiten durch Bombenanschläge ermordet worden waren. Seit 9/11 haben islamische Terroristen fast 16.000 tödliche Terroranschläge verübt, da sind kriegerische Auseinandersetzungen noch nicht einmal mitgezählt. Die meisten Opfer muslimischer Terroristen waren übrigens ebenfalls Muslime.

Hat der deutsche Bundestag sich je bemüßigt gefühlt, dazu eine Resolution zu verabschieden, es müsste ja nicht einmal eine einstimmige sein? Haben all die Özoguze, Al-Rawis und Baghajatis je ein Wort über diese Verbrechen verloren, das über ein pflichtbewusstes Lippenbekenntnis hinausgegangen wäre? Unter Berufung auf den Islam werden Kinder zwangsverheiratet und geschändet, Ehebrecherinnen gesteinigt und Schwule an den nächsten Kran geknüpft. Wenn Katholische Geistliche kleine Jungs vergewaltigen, empört das auch die Katholiken und sie treten in Scharen aus der Kirche aus. Wo sind die Scharen gläubiger Muslime, die sich gegen die Schweinereien im Namen ihrer Religion verwahren? Die paar die es gibt, stehen unter Polizeischutz, weil sie Angst haben müssen, von ihren eigenen Glaubensbrüdern ermordet zu werden.

Warum empören sich die Muslime nicht, wenn Muslime Muslime ermorden? Warum fühlt sich eine türkischstämmige Akademikerin, die in Deutschland Karriere gemacht hat, beleidigt, wenn man von türkischstämmigen Einwanderern spricht, die keinen Schulabschluss schaffen und ohne Aussicht auf einen Job sind? Hat es damit zu tun, dass der Islam das Wohl der Umma, das Wohl des Kollektivs, über das Wohl des Individuums stellt? Und wenn das so ist, wäre das dann nicht vielleicht die Ursache allen Übels? Freiheit und Menschenrechte konnten immer nur gedeihen, wo die Rechte des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft schwerer wogen als umgekehrt. Müsste man sich denn dann nicht fragen, wie der Islam überhaupt in eine aufgeklärte westliche Gesellschaft passt?

Der wahre Islam sei eine Religion des Friedens, wird überall betont. Warum gilt das dann für so viele seiner Anhänger nicht? Wenn der Westen bei einer Katastrophe hilft, bomben sie. Wenn der Westen Ärzte schickt, morden sie. Wenn Israel Land zurückgibt, feuern sie Raketen. Und zum Auftakt von Friedensgesprächen erschießen sie Schwangere. Alles im Namen des Islam.

Der wahre Islam ist der real existierende, und der erscheint in keinem einzigen islamischen Land verlockend. Und solange sich die Muslime durch die Gewaltexzesse, den Terror und die Unterdrückung im Namen ihrer Religion nicht mehr beleidigt fühlen als durch ein paar Karikaturen oder ein Buch, solange bleibt das auch der wahre Islam.

Oder etwa nicht?

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Im Dialog mit dem Islam

von Nasrin Amirsedghi

… Der Islam ist viel mehr als nur eine Religion. Er ist eine Ideologie: Islamideologie eben. Denn hier ist der Gegenstand der Ideologie der Islamglaube selbst. Islam ist gleich Islamismus. Er ist eine totalitäre Ideologie, die viel mehr Differenzen zu anderen Buchreligionen hat als Gemeinsamkeiten. Seine entscheidende Gemeinsamkeit mit anderen Buchreligionen besteht darin, dass er an einen einzigen Gott glaubt, dessen absoluten Stellenwert er in seinem heiligen Buch, dem „Koran“, unter dem Namen „Allah“ verewigt. Der Islamglaube beruht auf ganz „persönlichen“ Erfahrungen von Muhammad, die mit spirituellen Erfahrungen der Begründer anderer Buchreligionen, insbesondere von Jesus, nicht gleichzusetzen sind. Um die Islamideologie besser zu verstehen, sollte man genauer im „Koran“ blättern, wo der Stellenwert des Menschen als „Abdullah“ (Gottes Sklave) und der Gottes als „Allmächtiger“ unmissverständlich festgelegt sind. Hier sind sich Sunniten wie Schiiten ohne Streit einig. Der Islam wäre durch die Untersuchung der Sprache des Koran eher zu verstehen als mit der ewigen Entstaubung der „hadith“ (Überlieferungen) oder der „sunna“ (Lebensweise Muhammads).

Der Islam kennt keine private Sphäre. Das Private ist politisch und der Staat ist private Angelegenheit, der alles nur im Dienste des Glaubens geregelt sieht. Beide sind nur Allah gegenüber verpflichtet. Warum dann so viele widersprüchliche „Fatwas“ (Rechtsgutachten) ausgerufen werden dürfen, liegt daran, dass der Koran, das Werk des Propheten Muhammad, einen breiten Auslegungsspielraum lässt. Es liegt in seiner widersprüchlichen Natur, seine Gesetze jeder Zeit und jedem Ort beliebig anzupassen, allerdings selten zu Gunsten der Vernunft und Menschenwürde im heutigen Sinne des universellen Codex. Der Islam kann seine Uneinheitlichkeit in naher Zukunft kaum überwinden, solange er das Verstehen und das selbständige Denken verbietet. Das sind die wesentlichsten Probleme im Islam, die seit 1400 Jahren existieren. Das macht die Verständigung und den Dialog mit der Außenwelt – philosophisch, theologisch und politisch-demokratisch – immens kompliziert. …

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Fanal für die Zivilgesellschaft?

Die Schweiz hat in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit gegen den Bau von neuen Minaretten entschieden. Bei dem Votum ging es nicht um die Bauordnung, es war ein Votum gegen die zunehmende Islamisierung der westlichen Gesellschaft.

„Wenn Leitartikler und Politiker mit dem Volk unzufrieden sind, wäre es dann nicht einfacher, sie wählten sich ein neues?“, fragt man sich frei nach Bertold Brecht angesichts der Reaktionen auf die Schweizer Volksabstimmung, in der eine satte Mehrheit der Bevölkerung, vor allem der Frauen, gegen den Bau neuer Minarette gestimmt hat. Jetzt werden den Schweizern Unwissenheit, Intoleranz, Fremdenhass, Islamophobie und Rassismus vorgeworfen. Ausgerechnet der türkische Ministerpräsident Erdogan spricht von „einer zunehmend rassistischen und faschistischen Haltung in Europa“.

Eines vorab: Ich habe nichts gegen Moscheen und Minarette, jeder sollte seinem Glauben angemessen nachgehen können. Es geht nicht um die Moscheen sondern um die Inhalte, die dort gepredigt werden: Nicht die Anzahl der Minarette ist das Problem sondern die Anzahl verschleierter Mädchen.

Seit 9/11 geraten die muslimischen Einwanderer zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, und zwar nicht weil irgendjemand sie unter Generalverdacht stellen würde. So hatte George W. Bush in seiner ersten Rede nach den Anschlägen eindringlich vor Vorurteilen gegen die muslimischen Mitbürger gewarnt, während der damalige Imam des einflussreichen New Yorker „Islamic Cultural Center“, Muhammad Gemeaha, hetzte, nur die Juden seien zu solchen Grausamkeiten fähig.

Es waren die Muslime selbst, die sich ins Abseits gestellt haben. Egal ob es um die Terroranschläge von New York London oder Madrid ging, um die Ermordung Theo van Goghs oder die brennenden Botschaften während des Karikaturenstreits – die halbherzige Reaktion der Vertreter der Muslime war immer die gleiche: Man distanziere sich von jeglicher Gewalt egal von wem sie komme (ein dezenter Hinweis auf Israel darf ja nie fehlen), die überwiegende Mehrheit der Muslime sei bestens integriert und verurteile jeglichen Terror. Der Islam sei eine friedliche Religion. Man müsse aber auch Verständnis für die durch die westliche Überlegenheit verletzten Gefühle der Muslime  aufbringen und man warne eindringlich vor der grassierenden Islamophobie im Westen, die neue Gewalt provozieren könne. Weniger freundlich formuliert könnte man diese Statements auch mit „Kusch, oder wir machen euch kalt“ zusammenfassen.

Darüber hinaus gab es keine sichtbaren Bekenntnisse zur westlichen Wertegemeinschaft, die über solche Lippenbekenntnisse hinausgingen. Stattdessen wurde der Popanz der Islamophobie geschaffen, mit der jeder Gegner des islamischen Gesellschaftsmodells zum behandlungsbedürftigen Kranken erklärt wird.

Die Schweizer sind ein wehrhaftes und selbstbewusstes Alpenvolk. Vergangenes Wochenende haben sie nicht mehr und nicht weniger gesagt, als dass es ihnen reicht:

Wir haben genug davon, dass Menschen, die auf unsere Werte spucken, jenen Respekt einfordern, den sie uns verweigern. Wir haben genug davon, ohne Gürtel und in Socken am Flughafen zu stehen, weil uns eure Glaubensbrüder so sehr hassen. Wir haben genug von anatolischen Analphabeten, die sich nicht um die Ausbildung ihrer Kinder scheren. Wir haben genug von jungen Türken, für die unsere Mädchen nichts als Schlampen sind, die man beliebig anmachen kann. Wir haben genug von rückständigen Fanatikern, die den Lehrerinnen unserer Kinder nicht die Hand geben, weil sie Frauen sind. Wir haben genug von Vätern, die ihren Töchtern Turnunterricht und Landschulwochen verbieten. Wir haben genug von Männern, die ihre Frauen in Schleier hüllen und sie nicht am öffentlichen Leben teilnehmen lassen. Wir haben genug von Ehrenmorden und Zwangsheirat.

Wir haben genug davon, dass man in den Klassen die Kreuze abmontiert und gleichzeitig Gebetszimmer an den Schulen einrichtet. Wir haben genug davon, dass man uns mit Gewalt und Terror droht, wenn sich die muslimische Welt in ihren Gefühlen verletzt fühlt. Wir haben genug davon, uns kulturelle Arroganz vorwerfen zu lassen, wenn wir für unsere Werte und für unsere zivilisatorischen Errungenschaften einstehen. Wir haben genug davon, uns von Leuten zur Toleranz mahnen zu lassen, die sich nicht daran stoßen, wenn Homosexuelle aufgehängt und Ehebrecherinnen gesteinigt werden. Wir haben genug von der ständigen Rücksichtnahme auf die kollektive Beleidigtheit. Vor allem haben wir genug davon, dass man uns ständig einredet, das alles wäre auch noch eine Bereicherung.

Womit bereichern denn die islamischen Staaten unsere Kultur, außer mit den Künstlern, die aus ihnen flüchten haben müssen? Womit bereichern Iran und Saudi-Arabien unser Leben, außer mit Pistazien und Erdöl? Womit bereichern die Muslime die Entwicklung einer offenen Gesellschaft? Wo bleibt ihr Aufschrei gegen Steinigungen und Verstümmelungen im Namen der Scharia? Im Irak werden täglich Sunniten von Schiiten in die Luft gesprengt und umgekehrt – warum empören sich Muslime nie, wenn Muslime von Muslimen ermordet werden?

Die älteste Demokratie Europas hat NEIN zur Islamisierung gesagt, nicht nur zu ein paar Minaretten. Wir sollten das respektieren und zum Anlass für einen Dialog mit dem (und eine Diskussion über den) Islam nehmen, der auch jene Aspekte einschließt, die derzeit verschämt ausgeklammert werden. Dabei geht es nicht um theologische Fragen sondern um die islamische Realität. Ebenso wenig wie man Sowjetunion oder DDR losgelöst vom Kommunismus betrachten konnte, kann man die Verhältnisse in Iran oder Saudi-Arabien vom Islam trennen. Wäre es anders, würden sich längst eine Milliarde Muslime gegen diese islamo-faschistischen Diktaturen erheben, die angeblich ihre Religion missbrauchen.

Ob das Christentum vor 500 Jahren genauso rückständig war wie der Islam heute, interessiert dabei nicht. Schließlich möchten wir ebenso wenig in der Zeit der Hexenverbrennungen leben. Richard Wagner hat das auf den Punkt gebracht: „Die Europäer stehen den muslimischen Einwanderern nicht als Christen oder Atheisten gegenüber, sondern als Bürger. Bürgergesellschaft versus Glaubensgemeinschaft.“

Das Votum der Schweizer mag kleingeistig und provinziell wirken. Nicht auszuschließen, dass es einmal als das erste mächtige Fanal Europas im Kampf um die Bewahrung der Zivilgesellschaft gesehen werden wird.

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