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Das Elend des schwarzen Kontinents

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Seit den sechziger Jahren sind vom Westen geschätzte 2,3 Billionen Dollar nach Afrika gepumpt worden. Trotzdem erstarrt der Kontinent in Armut und Rückständigkeit. Die Stimmen mehren sich, dass das nicht trotz sondern wegen der Unsummen so ist, die sich aus dem Füllhorn der Entwicklungshilfe über den Kontinent ergießen. Thilo Thielke zieht im SPIEGEL ein schonungsloses Fazit:

Die meisten Kriege, die am schlimmsten wütenden Krankheiten, die wildwuchernde Korruption. Kaum eine Schreckenstabelle, in der es die Afrikaner nicht zu traurigen Rekorden bringen würden. Wo sagenhafte Bodenschatzreserven und günstiges Klima (Kongo, Nigeria, Sierra Leone) ein angenehmes Leben und Wohlstand für alle hätten bringen können, toben oder tobten verheerende Kriege und bereichern sich Kleptokraten auf geradezu unverschämte Weise. Ganz zu schweigen von Ländern wie Simbabwe, die einmal eine wahre Kornkammer gewesen sind, und wo jetzt starrsinnige Diktatoren alles in Grund und Boden wirtschaften. (pdf)

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Auch der Afrika-Korrespondent der NZZ, Kurt Pelda, kommt zum Schluss, dass die korrupten politischen Eliten des Kontinents die Hauptverantwortung dafür tragen, dass der Großteil der Schwarzafrikaner noch immer in Verhältnissen lebt, die an das Mittelalter erinnern.

Trotz den Hunderten von Milliarden Franken, die in den letzten Jahrzehnten als Entwicklungshilfe nach Schwarzafrika geflossen sind, bleibt Afrika der am wenigsten entwickelte Kontinent der Welt. Als Ghana 1957 als erster schwarzafrikanischer Staat unabhängig wurde, war das Land ungefähr auf dem Entwicklungsstand von Südkorea. Heute liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Südkorea jedoch neunmal höher als in Ghana. Obwohl der Schwarze Kontinent derzeit die stärkste Wachstumsphase der letzten 30 Jahre durchläuft, lebt ein Grossteil seiner Bewohner nach wie vor in Verhältnissen, die an das Mittelalter erinnern. Die Zahl der Schwarzafrikaner, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, hat sich seit Beginn der achtziger Jahre fast verdoppelt, und zwar von 164 Millionen auf mehr als 300 Millionen. Im selben Zeitraum ging diese Zahl in Asien um mehr als 70 Prozent zurück.

Schwarzafrikas Politiker und viele Entwicklungshelfer geben dem Kolonialismus und dem angeblich unfairen Welthandelssystem die Schuld an den heutigen Problemen des Kontinents. Statt mit den kolonialistischen Traditionen zu brechen, benützten Afrikas politische Eliten aber in Wirklichkeit die von den Kolonialisten eingerichteten Strukturen, um ihre Länder selbst nach Strich und Faden auszubeuten und sich masslos zu bereichern. Statt in ihren eigenen Ländern zu investieren, schafft die politische Elite die veruntreuten Gelder ins Ausland. Selbst laut unverdächtigen Quellen wie der Uno-Wirtschaftskommission für Afrika ist die Kapitalflucht aus Schwarzafrika um einiges höher als die nach Afrika strömende Entwicklungshilfe.

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Autor: Fremde Federn

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