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Im Bett mit dem Tod

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Die Macht der Mafia erstreckt sich auch auf Liebe und Sex. Die Frauen der Bosse leben nach einem archaischen Ehrenkodex. Wer ihn verletzt, dem droht ein schreckliches Schicksal.

Im Land des Verbrechens Frau zu sein ist heikel. Es gelten vertrackte Regeln, eherne Bräuche, unlösbare Bande. Dort, wo die Mafia regiert, sind Frauen einem starren, unverbrüchlichen Verhaltenskodex unterworfen, der sie zu einem riskanten Balanceakt zwischen Fortschrittlichkeit und Tradition, zwischen moralischen Zwängen und grenzenloser Kaltschnäuzigkeit in Geschäftsdingen nötigt. Sie dürfen Mordaufträge erteilen, aber keinesfalls fremdgehen oder ihren Mann verlassen. Sie dürfen nach Belieben in ganze Branchen investieren, aber sich bloß nicht schminken, wenn ihr Mann hinter Gittern ist. …

Bei der Erziehung ist Sexualität ein prägendes Element. »Niemals unter einer Frau«, lautet die Maxime. Wer beim Sex unten liegt, lässt sich auch sonst unterbuttern. »Niemals Oralverkehr.« Sich als Mann oral befriedigen zu lassen, ist in Ordnung, es bei einer Frau zu tun, »hündisch«. »Werde niemals jemandes Hund«, lautet eine alte Parole, an die sich bis heute ein Großteil selbst der jüngeren Gefolgschaft hält. Außerhalb Italiens herrschen noch strengere Gesetze. …

»Bei uns ist ficken schlimmer als morden. Besser, man bringt die Frau eines Bosses um. Da hat man zumindest die Chance, begnadigt zu werden, aber wenn man sie fickt, ist man tot.« (pdf)

Roberto Saviano, DIE ZEIT

Autor: Fremde Federn

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